Kinderschutz in Moabit akut gefährdet

Über den Jugendhilfeausschuss am 30.06.2016 gibt es viel zu erzählen. Mir ist klar, dass das nicht jede*r als interessant oder relevant empfindet. Dennoch, dieses dringende Thema geht uns alle an.

Im Jugendamt arbeiten einige Dutzend Menschen, die Kinderschutzmeldungen bearbeiten. Diese Menschen schauen, ob es verhaltensauffällige Kinder gibt oder solche, die misshandelt werden. Dann wird entschieden, ob es ein Beratungsgespräch mit den Eltern gibt, ob ein Familienhelfer beauftragt wird, oder ob die Kinder gar aus der Familie genommen werden müssen. Dies sind schwerwiegende, verantwortungsvolle Entscheidungen.

Wir haben in Mitte vier dieser sogenannten Regionalen Sozialdienste. Alle sind personell unterbesetzt und es ist schwierig, neue Fachkräfte zu finden. Sie werden auch nicht besonders gut bezahlt.

Im Regionaldienst Moabit sind dafür nach den Stelleneinsparungen noch 13 Stellen vorgesehen. Von diesen sind zur Zeit 2 unbesetzt, 6 weitere haben sich nach Auskunft des Bezirksamtes an anderen Jugendämtern und -einrichtungen beworben. Das heißt: Statt 13 werden dort in Kürze nur noch 5 Menschen arbeiten. Und das, obwohl aufgrund der vielen in Mitte untergebrachten Geflüchteten die Zahl der hilfebedürftigen Familien gestiegen ist.

Wir wissen, dass der Krankenstand in der Berliner Verwaltung derzeit sehr hoch ist. Für Moabit heißt das: der Kinderschutz in Moabit ist derzeit akut gefährdet!

Verbesserungen der Arbeitssituation und damit Potentiale, um Fachkräfte zu halten, werden durch bürokratische Vorschriften unnötig erschwert.

Ich fordere, dass wir die Arbeitsbedingungen kurzfristig verbessern. Wir brauchen eine bessere Bezahlung und eine zügige Ausbildung von Nachwuchs in diesem Bereich. Wir werden damit Kindern helfen, eine Chance zu erhalten, dass wir als Gesellschaft für sie Partei ergreifen und einstehen können!

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